Über die Autoren

Stefan Evertz M.Sc.
Geschäftsführer
Online-Marketing Experte
Datenschutzbeauftragter TÜV

Marketing Experte & Geschäftsführer der Frame for Business GmbH
Michael Mrzyglod
Rechtsanwalt
Datenschutzbeauftragter TÜV
Abmahnungen wegen Google Fonts sind leider keine Seltenheit. Bei Google Fonts handelt es sich um Schriftarten für Websites. Standardmäßig verursachen die Schriftarten einen unerlaubten Datenaustausch in die USA.

Das Problem lässt sich leicht in wenigen Minuten ohne wirkliche Nachteile lösen. Binden Sie die Schriften lokal auf ihrer Website ein und kappen Sie die Verbindung zum Google-Server. Sie finden Anleitungen, wie Sie konkret Schritt-für-Schritt vorgehen können am Ende dieses Beitrages.

Was ist passiert?

Ein Websitebetreiber, der seine Website Schriften nicht lokal gehostet hatte, musste sich im Januar 2022 vor Gericht verantworten. Das Landgericht (LG) München hat sich zu der Thematik mit dem Urteil vom 20.01.2022 (Aktenzeichen 3 O 17493/20) klar positioniert.

Der Beklagte verwendete die Google Fonts auf seiner Website. Diese verursachten eine Verbindung zu Google-Servern und somit eine Übertragung von Daten (unter anderem der IP-Adresse).

Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes

Das LG München sah in der somit stattfindenden unerlaubten Weitergabe der IP-Adresse (als personenbezogenes Datum) des Klägers eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes in Form des informationellen Selbstbestimmungsrechts.

Die Weitergabe der IP-Adresse an Google war auf Grund fehlender Einwilligung des Klägers ein – nach der DSGVO – unzulässiger Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht.

Kein berechtigtes Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO!

Das Gericht stellte zudem ausdrücklich klar, dass der Einsatz der Google Fonts in der beschriebenen Form nicht auf Grund des berechtigten Interesses gerechtfertigt werden kann.

Somit sind derartige Klauseln (wie man sie leider sehr häufig in Datenschutzerklärungen aus Generatoren findet) wirkungslos.

Folgen für den Beklagten:

Strafbewehrte Unterlassungserklärung
Das Gericht nahm (obwohl der Beklagte die Google Fonts mittlerweile lokal gehostet hat) eine Wiederholungsgefahr an, sodass der Beklagte verpflichtet ist, eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben:

„Die Beklagte wird verurteilt, es bei Meldung eines für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 250.000,00 €, ersatzweise Ordnungshaft oder Ordnungshaft bis zu sechs Monaten zu unterlassen, bei einem Aufruf einer von der Beklagten betriebenen Internetseite durch den Kläger dessen IP-Adresse durch Bereitstellung einer Schriftart des Anbieters Google (Google Fonts) dem Anbieter dieser Schriftart offenzulegen.“

Schadensersatz
Zudem steht dem Kläger ein Schadensersatz zu. Das Gericht sah einen Schadensersatzanspruch daher gerechtfertigt, dass ein Kontrollverlust des Klägers vorliegt, da seine IP-Adresse an Google übermittelt wurde und allgemein bekannt ist, das durch Google eine entsprechende Datensammlung stattfindet. Zudem wies das Gericht auch darauf hin, dass eine Übertragung in die USA und somit in ein aus datenschutzrechtlicher Sicht „unsicheres Drittland“ erfolgte.

Was ist nun zu tun?

In einem ersten Schritt sollten Sie dringend prüfen, ob Sie Google Fonts auf Ihrer Website verwenden und wie diese eingebunden sind. Oftmals werden diese automatisch aktiviert, sodass man sich gar nicht bewusst darüber ist, dass man die Google Fonts nutzt.

Wenn Sie feststellen sollten, dass Sie die Google Fonts in der Weise, die Gegenstand des Gerichtsverfahrens war, eingebunden haben, sollten Sie schnellstmöglich eine lokale Einbindung vornehmen. Wie Sie das bei WordPress vornehmen, können Sie hier nachlesen. Wie dies bei Webflow umgesetzt werden kann, können Sie hier nachlesen.

Fragen oder Unterstützung?

Gerne helfen wir Ihnen dabei Ihre Website amahnsicher zu machen.

Senden Sie uns Ihre Fragen einfach über das Kontaktformular oder per E-Mail an info@frame-for-business.de. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

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