Über die Autoren

Stefan Evertz
Geschäftsführer
Frame for Business GmbH
Digital Marketing M.Sc.
Marketing Experte & Geschäftsführer der Frame for Business GmbH
Florian Decker
Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz
Angestellter Rechtsanwalt
Kanzlei Rechtsanwälte Dr. Schultheiß
Stefan Evertz M.Sc.
Geschäftsführer
Frame for Business GmbH
Florian Decker
Angestellter Rechtsanwalt
Kanzlei RAe Dr. Schultheiß

 

Viele Website-Betreiber ziehen Vimeo, YouTube vor, unter anderem, da bei Vimeo keine Werbung geschaltet wird.

Zu beachten ist jedoch, dass man auch beim Einbinden von Vimeo-Videos auf einer Website einige datenschutzrechtliche Punkte beachten muss.

Vimeo wird von dem in New York ansässigen US-Unternehmen Vimeo, Inc. betrieben. Da bei der Nutzung Daten in die USA übermittelt werden, ist die Nutzung seit dem EuGH-Urteil vom 16.07.2020 – Az.  C‑311/18 „Schrems II“, datenschutzrechtlich sehr komplex.

Grundsätzlich empfehlen wir, wenn möglich die Videos selbst zu hosten. Bei vielen oder längeren Videos kann dies jedoch zu Perfomance-Verlusten führen. Diese lassen sich zwar in Teilen durch Caching-Plug-Ins wie WP Rocket auffangen, doch negative Ausirkungen auf den Page-Speed der Website können bei vielen Videos meist nicht vollkommen kompensiert werden.

Da viele Website-Betreiber auf die Einbettung von Vimeo-Videos nicht verzichten möchten, zeigen wir Ihnen im folgenden Artikel, die aus unserer Sicht rechtssicherste Methode. Bitte beachten Sie jedoch, dass zu diesem Vorgehen noch keine Rechtsprechung vorliegt.

Für das Blockieren der Videos nutzen wir das Consent-Tool Borlabs. Das Vorgehen kann selbstverständlich auch auf andere Consent-Tools (sofern eine derartige Funktion vorhanden ist) übertragen werden.

1. Verändern des Codes

Zunächst ist es wichtig, dass Sie den Code des Videos so verändern, dass keine Cookies mehr gesetzt werden. Dies geht recht einfach: Sie müssen den Code lediglich um den Parameter „dnt=1“ ergänzen. Nachfolgend ein Beispiel, in welchem Sie erkennen können, an welcher Stelle der Code um den Parameter dnt=1 ergänzt werden muss:

<iframe src="https://player.vimeo.com/video/123456789?dnt=1title=0&amp.....

2. Einfügen des Videos

Binden Sie nun das Video auf Ihrer Website ein:

3. Inhalt mit Borlabs blockieren

Im Backend Ihrer WordPress-Seite muss innerhalb des Tools Borlabs unter dem Menüpunkt „Content Blocker“ der Punkt „Vimeo“ aktiviert sein:

Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

4. Freiwillige und aktive Einwilligung

Die Nutzer müssen aktiv in die Datenübertragung in die USA einwilligen, d.h. die Zustimmung darf nicht unterstellt und ohne Zutun des Nutzers voreingestellt sein (keine vorausgewählten Häkchen). Freiwillig ist die Einwilligung nur, wenn die betroffene Person freie Wahlmöglichkeiten hat. Sie muss eine Einwilligung auch verweigern können, ohne dadurch Nachteile zu erleiden. Die Standard-Einstellungen von Borlabs sind hier nicht ausreichend.

1. Schritt:
Klicken Sie innerhalb des Menüpunktes „Content Blocker“ auf das Bearbeitungssymbol bei Vimeo:

2. Schritt:
Achten Sie darauf, dass der Punkt „Thumbnails lokal speichern“ aktiviert ist. Die lokale Speicherung des Thumbnails hat rein optische Gründe.

3. Schritt:
Wir empfehlen die Standard-Einstellung des blockierten Inhaltes (Overlay-Text) wie folgt zu ändern:

4. Schritt:
Das Ergebnis sollte nun wie folgt auf der Website aussehen:

5. Gestaltungsmöglichkeiten der Einwilligung

Nun sind wir es durch die Cookie-Thematik gewöhnt, dass die Einwilligungen über Pop-Ups eingeholt werden, die bei dem Erstbesuch der Website erscheinen. Mit diesem Vorgehen können Sie selbstverständlich auch die Einwilligung in die Datenübertragung in ein unsicheres Drittland bzgl. Vimeo einholen. Setzen Sie nur essenzielle Cookies auf der Website und benötigen keine Einwilligung bzgl. anderer Dienste, könnte die Einwilligung auch als Pop-Up wie folgt gestaltet werden:

Der Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass, sofern der Nutzer einwilligt, alle Vimeo-Videos direkt „normal“ ohne Overlay-Text erscheinen. Lehnt er dies ab, erscheinen die Videos mit Overlay-Text und der Nutzer kann immer noch einwilligen, will er ein bestimmtes Video ansehen.

In der Praxis eignet sich die Lösung mit Overlay-Text für alle Website-Betreiber die kein Pop-Up wollen oder wenn das Pop-Up bereits auf Grund der Nutzung anderer einwilligungsbedürftiger Dienste (z.B. Google Analytics) bereits „voll gepackt ist“.

Ergänzend zu dem Vorstehenden müssen Sie natürlich auf die Funktionsweisen und Datenverarbeitungen im Zusammenhang mit Vimeo auch in Ihren Datenschutzhinweisen eine Klausel vorhalten, welche mit obigem Ansatz korrespondiert.

Fragen oder Hilfe?

Gerne helfen wir Ihnen dabei, Ihre Videos rechtssicher einzubinden und Ihr Consent-Tool richtig einzustellen.

Kontaktieren Sie uns einfach über das Kontaktformular oder per E-Mail an info@frame-for-business.de.
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

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